STLB-Bau Anwendertagung

Am 19. November 2019 fand die diesjährige STLB-Bau Anwendertagung im Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) Berlin statt. Eine Nachlese....

Die gut 40 Teilnehmer erwarteten interessante Vorträge:

Nach der Begrüßung durch den Leiter des BBSR, Herrn Dir. Prof. Dr. Eltges, berichtete der Leiter des GAEB- Ausschusses der Leistungsbereiche 018 + 021, Herr Heinl, über die Umsetzung der DIN 18531 bis 35 in STLB-Bau, welches Normen und ATV für Abdichtungsarbeiten beschreibt:

Bisher erfolgte der Einstieg in die Zusammenstellung der Leistungen im Bereich Abdichtungen im STLB-Bau über die Stoffe. Somit mussten bei einer Änderung von Stoffen (z.B. bei Einführung neuer (Dicht-)Stoffe) die gesamten Beschreibungen angepasst werden, obwohl ein neuer Stoff nicht zwangsläufig eine Änderung der nachfolgenden Ausprägungen nach sich zieht.

Mit der STLB-Bau-Version 2019-10 erfolgt nun der Einstieg über die Bauteile und die Wasserlast, hin zum Material und den Ausprägungen der Verarbeitung der Materialien. Gleichzeitig gibt es nur noch 4 Normen (DIN 18532 bis 35), welche diese Bauteile beschreiben und in der VOB nun noch eine ATV für Abdichtungsarbeiten nach DIN 18536.

Buchempfehlung zum Thema:
Taschenbuch „Abdichtungsnormen kompakt – Einführung in die neue Systematik: Tabellarische Anwendungshilfen zu DIN 18531 bis DIN 18535“ (Beuth Pocket), 1. Auflage, ISBN-13: 978-3410291800, IBSN-10: 3410291806

Anschließend informierte Herr MinR Janssen vom BMI über die Neuerungen in der VOB/A im Zusammenhang mit der am 4. Oktober 2019 neu erschienen Gesamtausgabe der VOB 2019. Bis auf Niedersachsen und NRW haben alle Bundesländer die VOB/A bereits verabschiedet.

Einige Neuerungen:
Laut EU-Richtlinie sind im Oberschwellenbereich „öffentliche“ und „nicht öffentliche Ausschreibungen mit Teilnahmewettbewerb“ gleichgestellt. Aktuell wird diese Regelung auch für die UnterschwellenVergabeOrdnung (UVgO) übernommen. Als Folgeänderung wird in weiteren Vorschriften immer nur noch zwischen „beschränkter Ausschreibung“ mit oder ohne Teilnahmewettbewerb unterschieden!

Weiterhin gibt es nun laut §6 Abs.2 in Teilnahmewettbewerben (TNW) die Möglichkeit, im ersten Schritt nur Eignungsunterlagen anzufordern und erst nach deren Prüfung die Vergabeunterlagen an geeignete Bieter zu übersenden.

Zunächst befristet bis zum 31.12.2021 werden für Bauleistungen für Wohnzwecke die Werte für die freihändige Vergabe auf 100.000 EUR sowie für beschränkte Ausschreibungen (ohne TNW) auf 1 Mio. EUR angehoben. Wohnzwecke sind hierbei aber nicht nur Wohnungen, sondern auch damit in Zusammenhang stehende Maßnahmen, wie z.B. der Bau von Kitas oder Infrastruktur in neuen oder erweiterten Wohngebieten. Dies ist nur eine Maßnahme zur Umsetzung der Beschlüsse des Wohngipfels vom 21.9.2019.

Neuerungen im Unterschwellenbereich:
Laut §3 Abs.4 können Bauleistungen bis zu einem voraussichtlichen Auftragswert von 3.000 EUR ohne USt. ohne Vergabeverfahren, also per Direktauftrag beschafft werden. Der Auftraggeber soll zwischen den beauftragten Unternehmen wechseln.

Im Gegensatz zum Oberschwellenbereich bleibt es laut UVgO bei den Eignungsgrundlagen Fachkunde, Leistungsfähigkeit, Zuverlässigkeit.

§6a Abs.5 (NEU):
Der Auftraggeber kann bis zu einem Auftragswert von 10.000 EUR auf bestimmte Nachweise verzichten.

§6b Abs.3
Der Auftraggeber verzichtet auf die Vorlage von Nachweisen, wenn die „den Zuschlag erteilende Stelle*“ bereits im Besitz dieser Nachweise ist. (* = konkrete Vergabestelle und nicht juristische Person des öAG)

§8 Abs.2 Nr.4:
Die Abgabe mehrerer Hauptangebote ist grundsätzlich zugelassen. Der AG kann in den Vergabeunterlagen die Abgabe mehrerer Hauptangebote ausschließen (mehrere Hauptangebote können z.B. bei der Verwendung von Produkten unterschiedlicher Hersteller erforderlich sein).

§13 Abs.3:
Werden mehrere Hauptangebote abgegeben, muss jedes aus sich heraus zuschlagsfähig sein.

Danach wurde durch Herrn Frisch von DIN e.V. die neue Version STLB-Bau 2019-10 vorgestellt. (Details hierzu finden Sie in unserem Newsletter vom November unter G&W auf dem 20. DBD- Vertriebspartnertreffen in Berlin - Nachlese).

Herr TRR Sebastian Otto berichtete als Leiter des Nationalen BIM-Kompetenzzentrum (des Bundes), welches als Gemeinschaftsprojekt von Bau- und Verkehrsministerium ins Leben gerufen wurde, über die Ziele dieses im Juni 2019 gestarteten Projektes. Hier werden für Bund (und in der Folge auch für Länder, Kommunen und alle öffentlichen Auftraggeber) BIM-Kompetenzen gebündelt und Strategien zur schnellen und erfolgreichen Umsetzung von BIM erarbeitet. Im Juni gewann die Planen und Bauen 4.0 GmbH den Ausschreibungswettbewerb und wird die Federführung übernehmen. Die erarbeiteten Arbeitspakete werden im großen Dialog, u.a. mit BuildingSmart, den regionalen BIM-Clustern, Bildungseinrichtungen, Verbänden, Softwareherstellern, Baubetrieben und Baustoffherstellern umgesetzt.

Herr Dr. Faschingbauer, Geschäftsführer der Dr. Schiller & Partner GmbH, präsentierte nun die DIN-BIM-Cloud (siehe: G&W auf dem 20. DBD- Vertriebspartnertreffen in Berlin - Nachlese)

Zur neuen Version der GAEB DA XML 3.3 gab es dann Informationen von Herrn Reif vom BBR. (siehe: gaeb.de)

Hier finden Sie die Vorträge zu den einzelnen Themenschwerpunkten zu Ihrer Information. Viel Spaß!